Die ersten Jungstörche verlassen ihre Nester

Die Storchensaison geht langsam zu Ende. Die ersten Jungstörche verlassen schon ihre Nester und über sich im Fliegen. Sie haben nach 2 Monaten die Größe ihrer Eltern erreicht und sind nur noch durch die dunklen Schnäbel und Beine zu unterscheiden.


Nahrung von der Müllkippe

Die Störche sind Nahrungsopportunisten, sie gehen dahin, wo es für sie am leichtesten ist. Leider sind das oft Mülldeponien. Leider, weil sie hier auch Nahrung aufnehmen die ihnen nicht immer gut tut. Schnell ist mal ein Stück Plastik verschluckt und der eine oder andere Storch wird auch daran versterben. Aber unsere Felder und Wiesen geben leider auch nicht so viel Futter her, als das die Störche ohne diese Futterquellen auskommen könnten. 


Erste Jungstörche

Die Jungstörche können sich nach ca. 3 Wochen das erste mal auf ihre Fersen aufrichten. Jetzt kann man sie in ihren Nestern gut erkennen. Ab dieser Zeit können sie aber nicht mehr gehudert (vom Altstorch gewärmt) werden, was bei ungünstigen Wetterlagen mit Starkregen und Kälte oft zu großen Verlusten führt. Die Schnäbel sind noch schwarz gefärbt. Die Rotfärbung beginnt erst wenn sie flügge sind.

Nachdem sie in den ersten Tagen überwiegend mit Regenwürmer gefüttert wurden, vertragen sie jetzt auch schon mal eine größere Beute. Der Appetit ist in dieser Zeit enorm. Jeder Jungstorch benötigt in etwa die dreifache Futtermenge wie der Altstorch. Nach ca. 8 bis 9 Wochen Nestlingszeit werden sie flügge.


Brutgeschäft hat begonnen

Fast alle Störche sind jetzt mit dem Brutgeschäft beschäftigt. Ca. 53 Tage nach ablegen des ersten Eies werden die Störche schlüpfen. Dann beginnt für die Eltern eine anstrengende Zeit. Es muss eine große Menge Futter angeschleppt werden. In der ersten Zeit nach dem Schlupf sind dies überwiegend Regenwürmer.  

Eine schlechte Nachricht gab es aus Laar. Dort wurde ein toter Storch unter einer Stromleitung gefunden. Die Stromleitung hatte an den Masten oben stehende Isolatoren, die nicht durch eine Isolierung gesichert waren. Dies ist die häufigste Todesursache beim Weißstorch. 

Der Vorfall wurde an die untere Naturschutzbehörde gemeldet. Vielleicht ist es ja möglich hier eine Isolierung nachzurüsten, denn ganz in der nähe brütet noch ein Paar. Siehe Bild unten.


Fast alle Störche sind jetzt zurück

Inzwischen sind fast alle Störche an ihren angestammten Nestern angekommen. An den Ringnummern können wir erkennen, das auch einige Neulinge dabei sind. Nachdem die Ringnummern ausgewertet sind, können wir feststellen wo diese neuen grafschafter Störche geboren sind und wie alt sie sind. 

Die Neulinge haben es erstmal schwer, sich gegen die alteingesessenen Störche zu behaupten, denn sie versuchen oft deren Nester zu besetzen, was zu heftigen Kämpfen führen kann. In der Regel müssen sich die Neuankömmlinge ein eigenes Nest bauen. 

Inzwischen gibt es in der Grafschaft einige Nisthilfen, die noch nicht besetzt sind. Aber die Störche sind auch sehr wählerisch und nehmen nicht immer unsere gutgemeinten Angebote an.