Bestandszahlen 2018

In Niedersachsen/Bremen ließen sich 2018 insgesamt  rund 1.000 Weißstorchpaare nieder. Darunter waren wieder etliche Neuansiedlungen. Diese Storchenpaare brachten rund 1.750 Jungstörche zum Ausfliegen. Nicht mitgezählt sind dabei die annähernd 170 fütterungsabhängigen Paare im Bereich von Zoos und Vogelpflegestationen mit ihrem Nachwuchs. „Damit wurde das gute Ergebnis aus dem Jahr 2017 (919 Paare mit 1.484 flüggen Jungen) bei den Paaren erneut um zehn Prozent  und bei den flüggen Jungen sogar um 18 Prozent übertroffen. Dies ist der höchste Storchenbestand in Niedersachsen seit mehr als 60 Jahren. Somit hält die positive Entwicklung bei den Weißstörchen an. Niedersachsen liegt dabei voll im bundesweiten Trend und zählt mit Brandenburg sowie Baden-Württemberg zu den Top 3 der Bundesländer mit den meisten Storchenpaaren.

 

Die Hauptursache für den Zuwachs ist das veränderte Zugverhalten der gen Westen in ihre Winterquartiere fliegenden Störche. Immer mehr von ihnen bleiben bereits in Spanien, wo sie genügend Nahrung in Feuchtbiotopen, Reisfeldern und insbesondere auf Mülldeponien finden. Von dort kehren sie dann früher, in größerer Anzahl und meist in guter Verfassung zurück. Die Nahrungsbedingungen waren beim Schlüpfen der Jungen ab Ende April  gut. Auch später gab es relativ wenige Verluste. Dazu trug wesentlich das besonders große Vorkommen an Heuschrecken in diesem Jahr bei. Eine weitere Rolle spielte, dass die Elterntiere bei der Nahrungssuche in austrocknende Gewässer gelangen und so Fische fangen konnten, an die sie sonst nicht herankommen.

Bei den Ostziehern, insbesondere in den östlichen Landesteilen und bei Erstbrütern, gab es hingegen  zum Teil erhebliche Verluste. Vor allem an Regenwürmern mangelte es den ab Mitte Mai geschlüpften Jungen. Etliche verhungerten, andere- vor allem auch die schwächeren – wurden von den Eltern aus dem Nest geworfen. Dadurch besaßen die kräftigeren Geschwister eine höhere Überlebenschance. Nach dieser Jungenreduzierung in den ersten Lebenswochen hielten sich dann auch hier die Jungenverluste in Grenzen. 


Viele tote Störche

In 2018 wurden viele Störche tot aufgefunden, nachdem sie ihre Nester verlassen hatten. Das war nicht nur in der Grafschaft Bentheim so, sondern auch in anderen Kreisen und Bundesländern.

Ursache könnte die extreme Trockenheit und der damit verbundene Futtermangel sein. Außerdem haben Untersuchungen an den toten Störchen ergeben, das viele Störche Darmpathogene E.coli Keime in sich trugen. Auch das könnte mit der extremen Trockenheit und den niedrigen Wasserständen zu tun haben.

Trotz dieser widrigen Umstände hat der Bestand der Weißstörche in der Grafschaft Bentheim und Niedersachsen erneut zugenommen. Ein Grund ist sicher auch, das immer mehr Störche die witterungsunabhängigen Futterquellen an unseren Mülldeponien für sich entdeckt haben.

Auf dem Foto unten sind Jungstörche zu sehen, die kurz vor ihrer Reise in den Süden stehen. Viele von ihnen haben sich wegen der starken Hitze die Beine vollgekotet. Dies dient der Kühlung.

 


Die ersten Jungstörche verlassen ihre Nester

Die Storchensaison geht langsam zu Ende. Die ersten Jungstörche verlassen schon ihre Nester und über sich im Fliegen. Sie haben nach 2 Monaten die Größe ihrer Eltern erreicht und sind nur noch durch die dunklen Schnäbel und Beine zu unterscheiden.


Nahrung von der Müllkippe

Die Störche sind Nahrungsopportunisten, sie gehen dahin, wo es für sie am leichtesten ist. Leider sind das oft Mülldeponien. Leider, weil sie hier auch Nahrung aufnehmen die ihnen nicht immer gut tut. Schnell ist mal ein Stück Plastik verschluckt und der eine oder andere Storch wird auch daran versterben. Aber unsere Felder und Wiesen geben leider auch nicht so viel Futter her, als das die Störche ohne diese Futterquellen auskommen könnten. 


Erste Jungstörche

Die Jungstörche können sich nach ca. 3 Wochen das erste mal auf ihre Fersen aufrichten. Jetzt kann man sie in ihren Nestern gut erkennen. Ab dieser Zeit können sie aber nicht mehr gehudert (vom Altstorch gewärmt) werden, was bei ungünstigen Wetterlagen mit Starkregen und Kälte oft zu großen Verlusten führt. Die Schnäbel sind noch schwarz gefärbt. Die Rotfärbung beginnt erst wenn sie flügge sind.

Nachdem sie in den ersten Tagen überwiegend mit Regenwürmer gefüttert wurden, vertragen sie jetzt auch schon mal eine größere Beute. Der Appetit ist in dieser Zeit enorm. Jeder Jungstorch benötigt in etwa die dreifache Futtermenge wie der Altstorch. Nach ca. 8 bis 9 Wochen Nestlingszeit werden sie flügge.