Die aktuelle Belegung in der Storcheneiche

Die Storcheneiche im Tierpark Nordhorn ist aktuell mit 14 Nestern belegt. 3 Nester wurden von anderen Störchen zerstört. Sie haben das Nistmaterial für ihre eigenen Nester verwendet. Dafür gibt es mit Nest Nr. 16 und 17 zwei neue Nester. Es passiert immer wieder, das Störche in ihren Nachbarnestern räubern. Wenn Nestpaare im Frühjahr etwas später zurückkehren, kann es deshalb sein, das ihre Nester nicht mehr existieren.

Die Paarung hat begonnen

Fast alle Störche haben jetzt ihre Nester besetzt. Sie zeigen ihre Zuneigung, indem sie den Partner am Kopf kraulen.

Die Paarung erfolgt nur am Nest. Nach der Kopulation wird heftig mit dem Schnabel geklappert und schon wenige Tage nach erfolgreicher Befruchtung beginnen sie mit der Eiablage. Ab jetzt ist immer ein Storch am Nest. Die Eier werden ca. 32 Tage bebrütet.


Der erste Storch ist wieder da

Am 12.02.2019 ist der erste Storch in der Grafschaft Bentheim zurück. Es ist wahrscheinlich das Männchen auf dem Vechtehof im Tierpark. Genau kann man das erst sagen, wenn auch die anderen Nester besetzt sind. Dieses Jahr ist er 2 Tage früher als in 2018. 

Es wird auch sofort damit begonnen, das Nest auszubessern. Wollen wir hoffen, dass sie in diesem Jahr von extremen Witterungsbedingungen verschont bleiben.


Bestandszahlen 2018

In Niedersachsen/Bremen ließen sich 2018 insgesamt  rund 1.000 Weißstorchpaare nieder. Darunter waren wieder etliche Neuansiedlungen. Diese Storchenpaare brachten rund 1.750 Jungstörche zum Ausfliegen. Nicht mitgezählt sind dabei die annähernd 170 fütterungsabhängigen Paare im Bereich von Zoos und Vogelpflegestationen mit ihrem Nachwuchs. „Damit wurde das gute Ergebnis aus dem Jahr 2017 (919 Paare mit 1.484 flüggen Jungen) bei den Paaren erneut um zehn Prozent  und bei den flüggen Jungen sogar um 18 Prozent übertroffen. Dies ist der höchste Storchenbestand in Niedersachsen seit mehr als 60 Jahren. Somit hält die positive Entwicklung bei den Weißstörchen an. Niedersachsen liegt dabei voll im bundesweiten Trend und zählt mit Brandenburg sowie Baden-Württemberg zu den Top 3 der Bundesländer mit den meisten Storchenpaaren.

 

Die Hauptursache für den Zuwachs ist das veränderte Zugverhalten der gen Westen in ihre Winterquartiere fliegenden Störche. Immer mehr von ihnen bleiben bereits in Spanien, wo sie genügend Nahrung in Feuchtbiotopen, Reisfeldern und insbesondere auf Mülldeponien finden. Von dort kehren sie dann früher, in größerer Anzahl und meist in guter Verfassung zurück. Die Nahrungsbedingungen waren beim Schlüpfen der Jungen ab Ende April  gut. Auch später gab es relativ wenige Verluste. Dazu trug wesentlich das besonders große Vorkommen an Heuschrecken in diesem Jahr bei. Eine weitere Rolle spielte, dass die Elterntiere bei der Nahrungssuche in austrocknende Gewässer gelangen und so Fische fangen konnten, an die sie sonst nicht herankommen.

Bei den Ostziehern, insbesondere in den östlichen Landesteilen und bei Erstbrütern, gab es hingegen  zum Teil erhebliche Verluste. Vor allem an Regenwürmern mangelte es den ab Mitte Mai geschlüpften Jungen. Etliche verhungerten, andere- vor allem auch die schwächeren – wurden von den Eltern aus dem Nest geworfen. Dadurch besaßen die kräftigeren Geschwister eine höhere Überlebenschance. Nach dieser Jungenreduzierung in den ersten Lebenswochen hielten sich dann auch hier die Jungenverluste in Grenzen. 


Viele tote Störche

In 2018 wurden viele Störche tot aufgefunden, nachdem sie ihre Nester verlassen hatten. Das war nicht nur in der Grafschaft Bentheim so, sondern auch in anderen Kreisen und Bundesländern.

Ursache könnte die extreme Trockenheit und der damit verbundene Futtermangel sein. Außerdem haben Untersuchungen an den toten Störchen ergeben, das viele Störche Darmpathogene E.coli Keime in sich trugen. Auch das könnte mit der extremen Trockenheit und den niedrigen Wasserständen zu tun haben.

Trotz dieser widrigen Umstände hat der Bestand der Weißstörche in der Grafschaft Bentheim und Niedersachsen erneut zugenommen. Ein Grund ist sicher auch, das immer mehr Störche die witterungsunabhängigen Futterquellen an unseren Mülldeponien für sich entdeckt haben.

Auf dem Foto unten sind Jungstörche zu sehen, die kurz vor ihrer Reise in den Süden stehen. Viele von ihnen haben sich wegen der starken Hitze die Beine vollgekotet. Dies dient der Kühlung.