Brutverhalten und Aufzucht


Störche fühlen sich in menschlichen Siedlungen wohl und brüten deshalb häufig auf Gebäuden, Strommasten oder Schornsteinen. Aber auch auf Bäumen brütende Störche gibt es, was hier im Tierpark Nordhorn gut zu beobachten ist. 

 

Sie haben meistens eine starke Bindung zu ihrem selbst gebauten Horst, nicht zu dem Horst, in dem sie aufgewachsen sind. Oft ist das Männchen Ende Febr. bis März als erstes aus den Überwinterungsgebieten zurück und fängt schon bald an, den Horst auszubessern. 

Später, wenn die Partnerin eingetroffen ist, erfolgt schon bald die Kopulation. Dabei wird mit den Flügeln das Gleichgewicht gehalten. Nur 2 bis 3 Tage nach erfolgreicher Befruchtung beginnt der Storch mit der Eiablage. Die 3 bis 5, selten auch mal 6 Eier werden dann ca. 32 Tage abwechselnd vom Männchen und Weibchen bebrütet. Wenn die Jungen geschlüpft sind, haben sie ein Gewicht von ca. 80 Gramm. Vorausgesetzt das Futterangebot ist ausreichend, wachsen die Küken jetzt sehr schnell heran. In der Hauptwachstumszeit (30. bis 40. Tag) benötigen sie etwa die dreifache Menge an Futter wie die Alttiere (bis zu 1500 Gramm täglich). Es dauert 2 bis 3 Wochen, bis die Küken das erste mal auf ihren Versen sitzen können. Jetzt haben sie eine Größe erreicht, bei der sie nicht mehr gehudert, das heißt, durch die Alttiere gewärmt werden können. Sie reagieren jetzt sehr empfindlich auf Nässe und Kälte. Eine Schlechtwetterperiode in dieser Zeit kostet oft vielen Jungstörchen das Leben. Nach 3 bis 4 Wochen können sie das erste mal Stehen. Die Nestlingszeit  dauert gut 2 Monate. Danach bleiben sie noch einige Wochen in Nestnähe und stärken ihre Flugmuskulatur. 

Diese Jungstörche sind kurz vor dem verlassen des Horstes. Sie haben jetzt fast die Größe der Altvögel und sind nur noch durch die typische dunkle Farbe des Schnabels und der Beine zu unterscheiden.